Die SPD wars!

Dass journalistische Texte nicht einfach so in einen luftleeren Raum fallen, wenn sie veröffentlicht sind, hat das Beispiel Brüderle und der anschließende Aufschrei sehr schön gezeigt. Insofern muss man niemandem mehr erklären, was ein Hashtag ist (Sascha Lobo hat das hier übernommen), und kann sich darauf konzentrieren, was es mit dem Hashtag #diespdwars auf sich hat. Man kann sich also auf direkt auf Tillmann Krause und seinen Text aus der Welt konzentieren, in dem stellt der Autor die These auf, die des Plagiats überführte Bildungsministerin Dr. Annette Schavan sei “ein spätes Opfer des SPD-Bildungswahns”.

Das ist so bittend auf Reaktion hingeschrieben, dass Krause sich vermutlich nicht wundert, dass Menschen seiner Annahme nicht folgen. Wundern wird er sich aber vermutlich über die Art des Widerspruchs. Niemand kam auf die Idee, Krause zu beschimpfen oder ihn realitätsverwirrt zu heißen. Im Gegenteil: Man begann ihn ganz einfach zu verlachen - und eine Liste mit Dinge zu beginnen, an denen ebenfalls die SPD Schuld trägt. Diese Liste wächst seit Donnerstag abend und wird mit jedem Eintrag lustiger. Denn einerseits spielt der Hashtag natürlich mit der "Wer hat uns verraten?" Geschichte der Sozialdemokraten, er zeigt aber andererseits auch, dass man bei der SPD offenbar doch mehr vom Internet verstanden hat, als Peer-Blog und Folgen vermuten ließen. Jedenfalls stieg gerade eben auch der SPD-Parteivorstand auf den Hashtag ein und twitterte: “Wir waren es. #diespdwars”