Ein Hinweisschild aus der tschechischen Kleinstadt Mikulov erfreut sich seit vergangener Woche im Phänomeme-Web großer Begeisterung: Seit Mark Sotak es am 19. August auf Twitter postete (wo wir es rebloggen) verbreitet sich das Warnschild, das öffentliches Urinieren untersagt - und bei Zuwiderhandlung mit Filmen und anschließendem Veröffentlichen auf YouTube bestraft.
Das Schild ist allerdings keine behördliche Warnung - wie z.B. auf reddit - behauptet, sondern stammt vom örtlichen Hotelbesitzer Petr Marcinčák, der sich damit gegen das öffentliche Urinieren an einer Wand zur Wehr setzt.
Das Schild erfreut Menschen auf der ganze Welt: Radio Fritz, Schleckysilberstein, Daily Mail, Boston.com und viele andere zeigen es - allerdings bisher ohne YouTube-Bilder von Freipinklern. Vielleicht weil das Schild funktioniert oder weil Hotelbesitzer Marcinčák noch nicht ernst gemacht hat.

Ein Hinweisschild aus der tschechischen Kleinstadt Mikulov erfreut sich seit vergangener Woche im Phänomeme-Web großer Begeisterung: Seit Mark Sotak es am 19. August auf Twitter postete (wo wir es rebloggen) verbreitet sich das Warnschild, das öffentliches Urinieren untersagt - und bei Zuwiderhandlung mit Filmen und anschließendem Veröffentlichen auf YouTube bestraft.

Das Schild ist allerdings keine behördliche Warnung - wie z.B. auf reddit - behauptet, sondern stammt vom örtlichen Hotelbesitzer Petr Marcinčák, der sich damit gegen das öffentliche Urinieren an einer Wand zur Wehr setzt.

Das Schild erfreut Menschen auf der ganze Welt: Radio Fritz, Schleckysilberstein, Daily Mail, Boston.com und viele andere zeigen es - allerdings bisher ohne YouTube-Bilder von Freipinklern. Vielleicht weil das Schild funktioniert oder weil Hotelbesitzer Marcinčák noch nicht ernst gemacht hat.

Juan, Andres und Christobal wollen ein Fahrrad bauen, das nicht gestohlen werden kann. Der Clip, den sie zur Bewerbung des Prototypen ihres Unstealable Bikes gedreht haben, steht seit Juni im Netz und erfährt seit ein paar Tagen einen viralen Schub. Zwei Millionen Mal wurde er bereits angeschaut.

Vergangene Woche hatte Esquire die drei Fahrradfreunde, die an der Adolfo Ibáñez Universität in Chile studieren, zu dem ungewöhnlichen Vorhaben interviewt. Der virale Erfolg ihrer Erfindung begründet sich aber darauf, dass jeder Radfahrer die Sorge kennt, sein Gefährt könnte gestohlen werden.

Die Erfindung aus Chile schafft Abhilfe, indem aus Sattelstütze und Vorderstange ein mechanisches Schloss gebaut wird. Das ist so banal wie wirkungsvoll - und vermutlich der Grund, warum Menschen den Clip aus Chile teilen.

Die Geschichte zu diesem Video, das sich gerade sehr großer Beliebtheit erfreut, geht laut Rumble so: Vater Beckham sitzt auf dem Fahrersitz seines Autos und beobachtet seine Tochter, die auf dem Rücksitz Selbstporträt schießt.

60 Sekunden Video, die alles in sich tragen, was ein viraler Clip braucht: das Dauerthema Selfie, ein Erstaunen über die junge Generation und ein Vater im Vordergrund. Buzzfeed, Daily Mail, ABC und viele andere zeigen das Video, dem wir nicht ganz trauen. Die Geschichte des 41jährigen Mr. Beckham, der mal Ron, mal Rob und mal Rod heißt und seiner angeblich 13jährigen Tochter Skylar wirkt uns ein wenig zu perfekt für die virale Verbreitung. Wäre nicht das erste Mal, dass sich nach dem ersten Hype herausstellt, dass eine Schauspielerin die Hauptdarstellerin eines vermeintlichen Heimvideos ist.

Dieses Kinderkleidungsstück, das wir aus dem Twitter-Account von Nathalie Rothschild rebloggen, sorgt gerade für Aufregung - warum das so ist steht auf Süddeutsche.de notiert von Christina Waechter

Andrea Pirlo is not impressed

Es gab vermutlich größere Aufregung in der Presseabteilung von Juventus Turin: Da hat man Andrea Pirlo in den eigenen Reihen, einen der bekanntesten und auch webtauglichen Spieler der Weltfußballs, und niemand hat eine Idee, wie man ihn außerhalb des Spielfelds im Sinne des Vereins vermarkten kann.

Denn dass Pirlo einen große Nummer ist, weiß man im Phänomeme-Web spätestens seit seinem Auftritt im "No Pirlo, No Party"-Shirt, das äußerst erfreut aufgenommen wurde.

Wie also kann man Andrea Pirlos Bekanntheit noch besser nutzen? Man macht seinen gelangweilten Blick zum Markenzeichen, dachten sich die Verantwortlichen bei Juventus - und es ist nicht anzunehmen, dass sie die webbekannte Kopiervorlage für das Thema “not impressed” dabei nicht kannten: Seit dem Sommer 2012 bereits ist die US-Turnerin Mckayla Maroney “not impressed”.

Andreas Pirlo imitiert die Turnerin nun und fordert das Netz auf, ihn zu begeistern:

Im entsprechenden Bewerbungsclip führt der Italiener ausgerechnet vor dem Opernhaus in Sydney sein Desinteresse vor. Unter dem Hashtag #pirloisnotimpressed soll man es ihm nun austreiben.

Ob dies tatsächlich von Fußballfans aus aller Welt gemacht wird, ist am Ende egal: Denn der Ausdruck von Langeweile wird künftig vermutlich auch bei großartigen Toren oder Tricks von Pirlos Kollegen Verwendung finden: Andrea Pirlo ist nicht beeindruckt.

Im Norden Kaliforniens hat am Sonntagmorgen Ortszeit die Erde gebebt: 6.0 zeigte die Richterskala beim so genannten #napaquake an, dessen heftige Folgen man auch im nahe gelegenen San Francisco spürte.
Im Phänomeme-Web wurde das Beben vor allem mit einem Motv des NBC-Fotografen Jeremy Carroll bebildert: eine Szene aus der Meadowbrook Lane in Napa, die wir aus dem Twitter-Account der NBC-Reporterin Vicky Ngyen rebloggen.
Die Bilder zeigen, wie die Bewohner der erdbebengefährdeten Gegend mit dem Beben umgehen: Sie nutzen die Straßenschäden zum Skateboard fahren!

Im Norden Kaliforniens hat am Sonntagmorgen Ortszeit die Erde gebebt: 6.0 zeigte die Richterskala beim so genannten #napaquake an, dessen heftige Folgen man auch im nahe gelegenen San Francisco spürte.

Im Phänomeme-Web wurde das Beben vor allem mit einem Motv des NBC-Fotografen Jeremy Carroll bebildert: eine Szene aus der Meadowbrook Lane in Napa, die wir aus dem Twitter-Account der NBC-Reporterin Vicky Ngyen rebloggen.

Die Bilder zeigen, wie die Bewohner der erdbebengefährdeten Gegend mit dem Beben umgehen: Sie nutzen die Straßenschäden zum Skateboard fahren!

Fünf Gründe, warum man die #IceBucketChallenge anschauen sollte - unabhängig vom guten Zweck

Es ist die vornehmste Eigenschaft des Populären, die einen zu erfreuen und die anderen zu nerven. Dieses Stadium hat die Eiskübel-Erfrischung aus den Vereinigten Staaten in der vergangenen Woche in Deutschland erreicht: #IceBucketChallenge - also das Eiswasser-Duschen für den guten Zweck - hat den Grad der Popularität erreicht, den viele mit Überdruß gleichsetzen.

Dabei wird in diesem Bereich “Pop” ja erst spannend - und so steckt auch in der viralen Wasserbewegung Erstaunliches, das den unemotionalen Blick verdient - z.B. diese fünf Dinge, die an der Eiskübel-Erfrischung bemerkenswert sind:

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(v.l.n.r. Manuel Neuer, Helene Fischer und Elyas M’Barek )

1. Aufmerksamkeit ist eine Währung

Auch wenn nun da und dort kritisiert wird, die Eiswasser-Erfrischer hierzulande ignorierten den guten Zweck, der dieser Aktion zugrunde liegt: Die IcebucketChallenge hat rund 69 Millionen Dollar Spendengelder mehr eingesammelt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, sie hat aber vor allem Aufmerksamkeit auf ein Thema gelenkt, das vorher in der öffentlichen Wahrnehmung nicht vorkam. “Awareness” nennen Marketing-Menschen das - und  nicht nur die werden mit Erstaunen bemerkt haben, dass man dieses Ziel aller Marketing-Aktivitäten mit erstaunlich wenig Geld erreichen kann: Es ist nicht anzunehmen, dass Bastian Schweinsteiger (der übrigens die Südkurve des FC Bayern nominiert hat), Benedict Cumberbatch oder Patrick Stewart dafür bezahlt wurden, dass sie einen kurzen Werbespot gedreht und über ihre eigenen Verbreitungswege bekannt gemacht haben.

2. Der Wert einer guten Idee ist wichtiger als der Hoheit über Kanäle

Wie wichtig Kreativität ist, sieht man nicht nur an der sehr unterschiedlichen Art, mit der sich prominte aber auch nicht so prominente Menschen dieser Herausforderung stellen. Der Wert einer guten Idee ist überhaupt die Grundlage für dieses Spätsommer-Phänomem des Jahres 2014: der ehemalige Baseballspieler Pete Frates, der selber an ALS erkrankt ist, hat mit den Eiskübel-Herausforderungen eine Idee in die Welt gesetzt, die nun Kopiervorlage in Werbeagentur-Meetings überall auf der Welt sein wird: Wie kriegen wir auch so eine Idee hin, bei der eine banale Tätigkeit so vollführt wird, dass jeder sehen will, wie sie ausgeht? “Kübel eiskaltes Wasser über die Birne” wird lange Zeit unerreicht bleiben.

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(v.l.n.r. Anne Will, Sigmar Gabriel, Günter Jauch)

3. Die Plattformen verdienen an den Inhalten der anderen

Natürlich wird durch die zahllosen kleinen Werbeclips Aufmerksamkeit erzeugt und natürlich spenden auch viele Menschen Geld für die Organisation, die sich für den Kampf gegen ALS einsetzt. Zu den Profiteuren dieser Aktion zählen aber vor allem auch: Facebook und YouTube. Denn wo sollen George W. Bush, Kermit der Frosch oder Otto Waalkes denn ihre Videos zeigen wenn nicht auf Facebook oder YouTube? Nach den Regeln der klassischen Reklame heißt das: Die Menschen erstellen nicht nur selber Werbespots für eine Sache, sie überlassen deren Vermarktung auch anderen. Die Plattformen verdienen an den Inhalten der anderen - vermutlich nicht gerade schlecht.

4. Personen machen Politik

Früher setzten sich Politiker in Talkshows oder ließen sich in Daily-Soaps einladen, um volksnah zu wirken, heute gießen sie sich einen Kübel Eiswasser über die Rübe. Schlechte Nachricht für Kulturpessimisten: In Sachen Quatsch wird die Welt vielleicht gar nicht schlechter - nur eben anders. Selbst der deutsche Vizekanzler macht mittlerweile hier mit, weil er die Chance wittert als sympathisch wahrgenommen zu werden. Einzig an Angela Merkel (die sich ja selbst bei echter Politik eher raushält) und Barack Obama perlte die virale Wassersache bisher ab. Und selbst wenn Oliver Pocher einen ganzen Kübel Comedy auf der Idee aufbaut, Putin könne bei der IcebucketChallenge mitmachen: das scheint realistischer als dass Pochers Imitationen lustig werden. Denn es sind ja wirkliche Personen, die auf der Web-Bühne auftreten und sich nassmachen: Es ist keine Parodie, dass Günter Jauch Werbung für sein Weingut macht - und dabei Wasser auf den Kopf bekommt. Es ist keine Parodie, dass Sigmar Gabriel “seine Freundin” Mariette Slomka nominiert, mit der er vor einer Weile und öffentlich zankte. Auf der Webbühne agieren Personen, die IcebucketChallenge macht dies sichtbar - und damit auch politisch.

5. Man weiß es nicht

So sehr nach einem neuen Eiskübel-Mem gesucht werden wird, so schwierig wird es werden, einen Nachfolger zu finden. Denn wie auch beim Harlem Shake, dem vorgeworfen wurde inszeniert zu sein, wird auch hier gelten: Man weiß es nicht. Und genau das macht den besonderen Reiz an viralen Bewegungen aus - ob sie als gemeinsamer Zauber oder als banale Ketten-Bettelbriefe wahrgenommen werden, lässt sich nicht vorhersagen. Wer das nicht glaubt, sollte mal nach "Cold Water Challenge" im Web suchen. Dabei machen sich Feuerwehren nass, die populäre Kraft blieb den herausgeforderten Rettern aber versagt.

So lange virale Werbung diesen Faktor des Kontrollverlustes in sich trägt, wird sie spannend bleiben.

Mehr zur IceBucketChallenge und zum Konzept der Phänomeme - auch auf Süddeutsche.de

Als im Dezember 2013 der Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela starb, reagierte das Phänomeme-Web mit einem RipStorm und einer peinlichen Verwechslung:


15 Twitterers who’ve confused Nelson Mandela with Morgan Freeman http://t.co/RbPI0148jc pic.twitter.com/58Lv49lpY3
— Us Vs Them (@UsVsTh3m) 6. Dezember 2013
nicht wenige Menschen posteten Fotos des US-amerikanischen Schauspielers Morgan Freemann - weil sie ihn für den ehemaligen südafrikanischen Präsidenten  hielten.
Der Facebook-Nutzer Andreas Hutzler drehte das Verwechslungsspiel eine Runde weiter und postete am Tag nach Mandelas Tod  ein Foto des Schauspielers Roberto Blanco auf Facebook und schrieb drunter:

Wurde immer wieder mit Nelson Mandela verwechselt: Morgan Freeman.

Das war im Dezember 2013, bis August 2014 erreichte der Witz einige Popularität auf der Facebookseite - zu einem echten Phänomem wurde er allerdings erst als er als vermeintlicher Ausriß aus einer Lokalzeitung auf der Seite Perlen des Lokaljournalismus gepostet wurde. 
Fast 8000 Mal ist er von dort geteilt worden - und zahlreiche Medien, Blogs und Promis verbreiten das Motiv: EinsLive, SchleckySilberstein, Kraftfuttermischwerk, testspiel, Mickie Krause, Oliver Pocher, Business Punk, die FAZ und viele andere teilen den Witz - allerdings ohne die wirkliche Quelle zu nennen.

Als im Dezember 2013 der Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela starb, reagierte das Phänomeme-Web mit einem RipStorm und einer peinlichen Verwechslung:

nicht wenige Menschen posteten Fotos des US-amerikanischen Schauspielers Morgan Freemann - weil sie ihn für den ehemaligen südafrikanischen Präsidenten  hielten.

Der Facebook-Nutzer Andreas Hutzler drehte das Verwechslungsspiel eine Runde weiter und postete am Tag nach Mandelas Tod  ein Foto des Schauspielers Roberto Blanco auf Facebook und schrieb drunter:

Wurde immer wieder mit Nelson Mandela verwechselt: Morgan Freeman.

Das war im Dezember 2013, bis August 2014 erreichte der Witz einige Popularität auf der Facebookseite - zu einem echten Phänomem wurde er allerdings erst als er als vermeintlicher Ausriß aus einer Lokalzeitung auf der Seite Perlen des Lokaljournalismus gepostet wurde.

Fast 8000 Mal ist er von dort geteilt worden - und zahlreiche Medien, Blogs und Promis verbreiten das Motiv: EinsLive, SchleckySilberstein, Kraftfuttermischwerk, testspiel, Mickie Krause, Oliver Pocher, Business Punk, die FAZ und viele andere teilen den Witz - allerdings ohne die wirkliche Quelle zu nennen.

Du hast genug von Eiskübel-Erfrischungen in sozialen Netzen? Dann schau dir mal dieses Video an, das der 26jährige Anthony Carbajal ins Netz gestellt hat. Anthony hat im Januar diesen Jahres die Diagnose bekommen: Er ist an ALS erkrankt. Deshalb kann der Fotograf nicht mehr arbeiten, die Krankheit schreitet langsam voran.

Anthony weiß um die schlimmen Folgen der Krankheit weil seine Großmutter und auch seine Mutter an ALS erkrankten. Anders als viele andere, die von Eiskübeln in ihrer Timeline genervt sind, freut sich der 26-jährige über jede Nominierung und über jeden Clip: denn sie bringen der Krankheit, zu der wenig geforscht wird, Aufmerksamkeit und der Forschung Geld.

Deshalb hat er nun selber einen Clip gedreht - in dem er seine Geschichte erzählt. Das Video läuft bei Mashable, Upworthy und auf vielen anderen Seiten - und zeigt, der Eiskübel-Quatsch hat eine sehr ernste Seite.

Mehr zum Thema bei Süddeutsche.de

Jesse Fulcher ist ein Depp, er macht nicht nur den nervigsten aller blöden Onkel-Witze, er filmt sich dabei auch noch und lässt sich im Netz anschließend dafür feiern: Tastefully Offensive, Daily Dot, Laughing Squid, Daily Mail, Uproxx und viele andere verlinken den Clip, in dem Fulcher mit seinem vierjährigen Sohn das “ich hab deine Nase gestohlen”-Spiel spielt.

Sein Sohn findet das erkennbar weniger lustiger als sein Vater - und wünscht sich dennoch eine Wiederholung, weil der Vater ihm Ohr und Nase  jeweils zurückgibt.

Man stellt sich ja immer die Frage wie Kinder aus  Phänomeme-Clips reagieren, wenn sie mal erwachsen sind. Im Fall von Jesse Fulcher und seinem Sohn kann man sie aber ziemlich sicher beantworten: Er wird es auch dann nicht lustig finden.