Troll des Jahres 2013: Gerold Noerenberg (CSU)

In Mannheim ist im Rahmen der TrollCon am Samstag die Auszeichnung "Troll des Jahres" vergeben worden: Der Preis ging in diesem Jahr an den CSU-Politiker Gerold Noerenberg, der im September in Neu-Ulm eine Leistungsschau des örtlichen Baubetriebshofs anberaumte. Noerenberg wollte damit nicht nur die Nutzfahrzeuge und Kehrmaschinen des Bauhofs der Öffentlichkeit präsentierten, er wollte damit vor allem die Demonstration der NPD trollen.

Als Troll wird in der Sprache des Web ein Störenfried bezeichnet, der sich kontinuierlich destruktiv verhält. Die TrollCon versucht schon seit einer Weile die positiven Aspekte des Trollens herauszustellen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete im September über die Aktion des diesjährigen Trolls des Jahres, der auf die Idee kam, diese Leistungsschau genau auf dem Platz stattfinden zu lassen, den die NPD nutzen wollte:

Damit war er der NPD, die dort ihre Demonstration anmelden wollte, knapp zuvorgekommen. Gleichzeitig wurde der zweite große öffentliche Platz der Kreisstadt, der Petrusplatz, am Montag von einem Bündnis aller demokratischen Rathausfraktionen in Beschlag genommen, mit 250 Menschen. So blickten die etwa zehn NPD-Anhänger, die am Abend aus ihren Autos stiegen, auf blitzende Bauhof-Maschinen; vorne dran, vielleicht kein Zufall, ein Kanalspülfahrzeug.

Jetzt ist Noerenberg dafür ausgezeichnet worden, in der Begründung der Jury heißt es:

Herr Noerenberg hat ein großartiges Beispiel geliefert, wie kreative Trollerei aussehen kann und wie man mit ungewöhnlichen Ideen der Gesellschaft einen Dienst erweisen kann. Wer es schafft, die braunen Massen der NPD mit einem Kanalspülwagen aus der Stadt zu jagen, ist in den Augen der Jury ein würdiger Preisträger und ein großartiger Troll.

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