Im Winter 2011 wurden Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf kurz als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei Wetten dass…? gehandelt. Eine Debatte um das Duo und eine mögliche Zukunft beim öffentlich-rechtlichen ZDF wurde geführt. Dabei ging es auch um die Frage, wie dieses öffentlich-rechtliche Fernsehen eigentlich jüngere Zuschauer erreichen kann.
Dann wechselten die beiden von ZDFneo zu Pro7 und eröffneten den Circus HalliGalli, den findige Medienkritiker als den Versuch werteten, das klassische Fernsehen mit der Welt der sozialen Medien zu versöhnen (abseits vom ZDF). Die Moderatoren sind auf Twitter, die Sendung agiert auf Twitter, Facebook, Instagram und Tumblr und erschuf mit dem so genannten Rangeln eine Art TV-gesteuertes Phänomem.
Um aber wirklich zu ermessen, worin die Verjüngungsleistung der Sendung besteht, muss man weniger die Profile auf den unterschiedlichen Plattformen beobachten, sondern vielmehr die Einblendungen lesen, die während der Sendung im Bild zu sehen sind. Hier erschließt sich nicht nur der wirkliche und zu Teilen sehr feine Humor der Sendung, hier zeigt sich vor allem, was es heißt eine Sendung zu machen, die die Netzkultur versteht.
Das obige Bild (das wir auf der FB-Seite der Sendung rebloggen) stammt aus der Sendung vom Montag abend. Es war unterlegt mit dem Sounddesign der Telekom und es handelt sich dabei um die vermutlich politischste Äußerung die im deutschen Unterhaltungsfernsehen seit [bitte hier nach eigenen Präferenzen “Politik im Fernsehen” suchen und ggf. einsetzen] zu sehen war. 
Circus HalliGalli reiht sich mit dieser Einblendung (die es zwei mal gab) ein in den im Netz gerade sehr prominenten Protest gegen die Pläne der Telekom, Datenvolumengrenze für Pauschaltarife beim Internetzugang einzuführen. Diese Proteste sind unter dem Schlagwort #Drosselkom in den vergangenen Tagen zu einer Art politischem Phänomem geworden. Die Einblendung weiß darum und scheut nicht davor zurück, dem  Werbekunden Telekom hier auf die Füße zu treten.
Man muss gar nicht bis zu Gottschalk und der Schleichwerbungs-Debatte im ZDF zurückgehen um zu ermessen, was eine solche Einblendung bedeutet. Doch der Wert bemisst sich nicht nur über den TV-Kanal, über den Twitter-Account hat Circus HalliGalli gerade eben den Support-Account der Telekom auf das Bild angesprochen* …


Hallo @telekom_hilft, was können wir da machen? twitter.com/halligalli/sta…
— Circus HalliGalli (@halligalli)
30. April 2013

… und beweist damit quasi nebenbei: Hier prägt die Netzkultur gerade so nachhaltig eine neue Form von Politik, dass sie sich auch im werbefinanzierten TV niederschlägt. 
Man kann die Debatte um Drossekom und Netzneutralität aus unterschiedlicher Perspektive beurteilen, aus allen Blickwinkeln muss man aber mit Erstaunen feststellen: dass eine Unterhaltungssendung (sic!) der Moderatoren Joko&Klaas (sic!) vom Sender Pro7 (sic!) die Diskussion um die Zukunft des Web aufgreifen würde, ist in jedem Fall überraschend. Dass sie dabei auch noch recht eindeutig Position bezieht, mag man populistisch finden, es zeigt aber in ebenso jedem Fall: unpolitisch und desinteressiert geht anders.
Vermutlich sind Joko und Klaas selber überrascht, dass ausgerechnet sie mal diesen Beweis antreten würden, sie tun es aber gerade und sind deshalb zu loben: Die Netzkultur ernst zu nehmen, bedeutet viel mehr als Accounts zu befüllen. Es verändert Inhalte, Themen und deren Umsetzung und das macht ein Programm nicht gerade schlechter!
* bis zum Veröffentlichen dieses Eintrags ohne Antwort!

Im Winter 2011 wurden Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf kurz als Nachfolger von Thomas Gottschalk bei Wetten dass…? gehandelt. Eine Debatte um das Duo und eine mögliche Zukunft beim öffentlich-rechtlichen ZDF wurde geführt. Dabei ging es auch um die Frage, wie dieses öffentlich-rechtliche Fernsehen eigentlich jüngere Zuschauer erreichen kann.

Dann wechselten die beiden von ZDFneo zu Pro7 und eröffneten den Circus HalliGalli, den findige Medienkritiker als den Versuch werteten, das klassische Fernsehen mit der Welt der sozialen Medien zu versöhnen (abseits vom ZDF). Die Moderatoren sind auf Twitter, die Sendung agiert auf Twitter, Facebook, Instagram und Tumblr und erschuf mit dem so genannten Rangeln eine Art TV-gesteuertes Phänomem.

Um aber wirklich zu ermessen, worin die Verjüngungsleistung der Sendung besteht, muss man weniger die Profile auf den unterschiedlichen Plattformen beobachten, sondern vielmehr die Einblendungen lesen, die während der Sendung im Bild zu sehen sind. Hier erschließt sich nicht nur der wirkliche und zu Teilen sehr feine Humor der Sendung, hier zeigt sich vor allem, was es heißt eine Sendung zu machen, die die Netzkultur versteht.

Das obige Bild (das wir auf der FB-Seite der Sendung rebloggen) stammt aus der Sendung vom Montag abend. Es war unterlegt mit dem Sounddesign der Telekom und es handelt sich dabei um die vermutlich politischste Äußerung die im deutschen Unterhaltungsfernsehen seit [bitte hier nach eigenen Präferenzen “Politik im Fernsehen” suchen und ggf. einsetzen] zu sehen war. 

Circus HalliGalli reiht sich mit dieser Einblendung (die es zwei mal gab) ein in den im Netz gerade sehr prominenten Protest gegen die Pläne der Telekom, Datenvolumengrenze für Pauschaltarife beim Internetzugang einzuführen. Diese Proteste sind unter dem Schlagwort #Drosselkom in den vergangenen Tagen zu einer Art politischem Phänomem geworden. Die Einblendung weiß darum und scheut nicht davor zurück, dem  Werbekunden Telekom hier auf die Füße zu treten.

Man muss gar nicht bis zu Gottschalk und der Schleichwerbungs-Debatte im ZDF zurückgehen um zu ermessen, was eine solche Einblendung bedeutet. Doch der Wert bemisst sich nicht nur über den TV-Kanal, über den Twitter-Account hat Circus HalliGalli gerade eben den Support-Account der Telekom auf das Bild angesprochen* …

… und beweist damit quasi nebenbei: Hier prägt die Netzkultur gerade so nachhaltig eine neue Form von Politik, dass sie sich auch im werbefinanzierten TV niederschlägt. 

Man kann die Debatte um Drossekom und Netzneutralität aus unterschiedlicher Perspektive beurteilen, aus allen Blickwinkeln muss man aber mit Erstaunen feststellen: dass eine Unterhaltungssendung (sic!) der Moderatoren Joko&Klaas (sic!) vom Sender Pro7 (sic!) die Diskussion um die Zukunft des Web aufgreifen würde, ist in jedem Fall überraschend. Dass sie dabei auch noch recht eindeutig Position bezieht, mag man populistisch finden, es zeigt aber in ebenso jedem Fall: unpolitisch und desinteressiert geht anders.

Vermutlich sind Joko und Klaas selber überrascht, dass ausgerechnet sie mal diesen Beweis antreten würden, sie tun es aber gerade und sind deshalb zu loben: Die Netzkultur ernst zu nehmen, bedeutet viel mehr als Accounts zu befüllen. Es verändert Inhalte, Themen und deren Umsetzung und das macht ein Programm nicht gerade schlechter!

* bis zum Veröffentlichen dieses Eintrags ohne Antwort!