Ein Bild aus dem Juni 2008 macht gerade die Runde im deutschsprachigen Netz. Es zeigt einen Akustikkoppler, den der Flickr-Nutzer secretlondon123 damals im Südosten der britischen Hauptstadt fotografiert hat. Dass dieses analoge Modem gerade so große Popularität auslöst, liegt an der Deutschen Telekom. Diese hatte gestern angekündigt, eine Datenvolumengrenze für Pauschaltarife beim Internetzugang einzuführen. Flatrates, die ab dem 2. Mai abgeschlossen werden, sollen demnach ab einer gewissen Grenze gedrosselt werden. Diese Form der Drosselung ist im Mobilfunkbereich bereits heute üblich und soll nach Telekom-Angaben ab 2016 auch im Festnetzbereich umgesetzt werden.
Die Reaktionen aus dem Netz auf diese Pläne waren nicht gerade positiv.  Auf dem sehr bekannten Blog Netzpolitik.org (wo wir das Foto rebloggen) wurde die Reaktion mit dem Foto des Akustikkoppler bebildert. Doch das Foto aus dem Juni 2008 erhielt dazu eine Überarbeitung: “Jetzt Retro-DSL buchen: Surfen wie früher” hat John F. Nebel, von metronaut.de, daneben geschrieben - um seinem Protest satirisch Ausdruck zu verleihen. Auf Metronaut hat er weitere Motive zusammengestellt, die alle das gleiche ausdrücken: die geplante Drosselung ist ein Fehler.
Der Netzpolitiker Malte Spitz (Grüne) erklärt auf Zeit-Online was ihn an den Plänen - denen sich womöglich auch Konkurrent Vodafone anschließt - stört: Er sieht darin einen Angriff auf die Netzneutralität


Die Tarifänderung ist der Versuch, den lange gehegten Plan von René Obermann umzusetzen, alle zur Kasse zu bitten: Kunden, Plattformbetreiber und Inhalteanbieter. Das ist das Ende der Netzneutralität: Eine Bevorzugung bestimmter Inhalte wird zwingend dazu führen, dass andere Angebote benachteiligt werden.


Diese Prinzip, Inhalte im Internet gleichzubehandeln und nicht vorher zu kontrollieren, welche Inhalte wie durchgeleitet werden, wird bereits seit längerem von digitalen Bürgerrechtlern entschieden verteidigt. Sie vergleichen es mit dem Fernmeldegeheimnis, das eben auch garantiert, dass der Postbote keine Briefe öffnet, um zu kontrollieren, welchen Inhalt er (wie schnell) transportiert.
Das Bild aus dem Juni 2008 wird für diesen Protest nun zu einem Symbolbild. Auf Twitter versammelt sich der Widerstand unter dem Hashtag #drosselkom, was eine Kombination aus den Begriffen Drosseln und Telekom ist - und der Name eines Protestaccounts. Diese Form des Mashups ist durchaus üblich bei derlei Protest (wie ja auch die Motive zeigen) und sie hat schon häufiger dafür gesorgt, dass digitaler Protest in der Welt der Phänomeme gehört wurde - vielleicht trägt diesmal ein Akustikkoppler aus der Vergangenheit dazu bei.
Nachtrag: hier steht, wie der Protest sich weiter entwickelt

Ein Bild aus dem Juni 2008 macht gerade die Runde im deutschsprachigen Netz. Es zeigt einen Akustikkoppler, den der Flickr-Nutzer secretlondon123 damals im Südosten der britischen Hauptstadt fotografiert hat. Dass dieses analoge Modem gerade so große Popularität auslöst, liegt an der Deutschen Telekom. Diese hatte gestern angekündigt, eine Datenvolumengrenze für Pauschaltarife beim Internetzugang einzuführen. Flatrates, die ab dem 2. Mai abgeschlossen werden, sollen demnach ab einer gewissen Grenze gedrosselt werden. Diese Form der Drosselung ist im Mobilfunkbereich bereits heute üblich und soll nach Telekom-Angaben ab 2016 auch im Festnetzbereich umgesetzt werden.

Die Reaktionen aus dem Netz auf diese Pläne waren nicht gerade positiv.  Auf dem sehr bekannten Blog Netzpolitik.org (wo wir das Foto rebloggen) wurde die Reaktion mit dem Foto des Akustikkoppler bebildert. Doch das Foto aus dem Juni 2008 erhielt dazu eine Überarbeitung: “Jetzt Retro-DSL buchen: Surfen wie früher” hat John F. Nebel, von metronaut.de, daneben geschrieben - um seinem Protest satirisch Ausdruck zu verleihen. Auf Metronaut hat er weitere Motive zusammengestellt, die alle das gleiche ausdrücken: die geplante Drosselung ist ein Fehler.

Der Netzpolitiker Malte Spitz (Grüne) erklärt auf Zeit-Online was ihn an den Plänen - denen sich womöglich auch Konkurrent Vodafone anschließt - stört: Er sieht darin einen Angriff auf die Netzneutralität

Die Tarifänderung ist der Versuch, den lange gehegten Plan von René Obermann umzusetzen, alle zur Kasse zu bitten: Kunden, Plattformbetreiber und Inhalteanbieter. Das ist das Ende der Netzneutralität: Eine Bevorzugung bestimmter Inhalte wird zwingend dazu führen, dass andere Angebote benachteiligt werden.

Diese Prinzip, Inhalte im Internet gleichzubehandeln und nicht vorher zu kontrollieren, welche Inhalte wie durchgeleitet werden, wird bereits seit längerem von digitalen Bürgerrechtlern entschieden verteidigt. Sie vergleichen es mit dem Fernmeldegeheimnis, das eben auch garantiert, dass der Postbote keine Briefe öffnet, um zu kontrollieren, welchen Inhalt er (wie schnell) transportiert.


Das Bild aus dem Juni 2008 wird für diesen Protest nun zu einem Symbolbild. Auf Twitter versammelt sich der Widerstand unter dem Hashtag #drosselkom, was eine Kombination aus den Begriffen Drosseln und Telekom ist - und der Name eines Protestaccounts. Diese Form des Mashups ist durchaus üblich bei derlei Protest (wie ja auch die Motive zeigen) und sie hat schon häufiger dafür gesorgt, dass digitaler Protest in der Welt der Phänomeme gehört wurde - vielleicht trägt diesmal ein Akustikkoppler aus der Vergangenheit dazu bei.

Nachtrag: hier steht, wie der Protest sich weiter entwickelt