Museums-Mem: #EmojiArtHistory

Im Jahr 1614 malte Ambrosius Bosschart der Ältere ein berühmtes Blumenstillleben, das heute in Brentwood im Getty Center zu sehen ist. Bosschart, einer der Vertreter des so genannten de Gouden Eeuw, des Goldenen niederländischen Zeitalters, etablierte das Blumenstillleben in der niederländischen Kunst - weiß Wikipedia.

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Fast vierhundert Jahre später schaffen die Mitarbeiter des Museums eine Nachbildung des Werkes, die auf ihre Art in das Goldene Zeitalter der Phänomeme passt und unter dem Hashtag #EmojiArtHistory auf Twitter zu sehen ist - weiß das Technikmagazin Wired.

Es ist nicht alltäglich, dass die Welt des Goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei und die 140 Zeichen von Twitter zusammen kommen. Möglich machen diese Verbindung die Emoji genannte Emoticon-Bilder aus Japan. Denn nicht nur die twitternden Museums-Mitarbeiter vom Getty Center nutzen diese Schriftzeichen, zahlreiche Museums- und Meme-interessierte Menschen beteiligen sich an dieser Form der sehr kurzen Referenzkultur. Mit Hilfe von Mini-Bildchen werden große Werke der Malerei nachgestellt - und auf Twitter und mittlerweile sogar in einem eigenen Tumblr gesammelt: emojiarthistory.tumblr.com

So entsteht ein digitales Museum, das all denen, die sich eher mit Emoji und Twitter auskennen eine Einführung in die Welt der Malerei gibt und jenen, die sich eher dort auskennen, beweist: Phänomeme sind keinesfalls alberne Spielereien. Es handelt sich dabei um Bezugssysteme, die für wilden Harlem Shake ebenso funktionieren wie für Blumenstillleben.

P.S.: Wer sich übrigens intensiver für die Emoji-Kunst interessiert: Es gab schon vorher sehr schöne weitere Adaptionen nach diesem Muster: Fred Benenson formte beispielsweise mal eine New Yorker-Cover mit Hilfe der Emojis.