Goodbye, FTD!

Das Internet nimmt Abschied von der Financial Times Deutschland. Heute erscheint die letzte Ausgabe der Wirtschaftszeitung, die am 21. Februar 2000 erstmals an einem deutschen Kiosk verkauft wurde. Zum Abschied trägt das lachsfarbene Blatt schwarz und verliert Buchstaben: “FINAL TIMES” heißt es im Kopf des heutigen Titelblatts (Foto: dpa), das auf der ersten Seite nur den Satz “Endlich schwarz” zeigt. Das Motiv zählt zu den Top-Fotos auf Twitter und scheint auch am Kiosk beliebt zu sein (User berichten schon in der Früh davon, keine Ausgabe mehr bekommen zu haben).
Deshalb nutzt die FTD die Möglichkeiten des Digitalen und versteigert ihre letzte Ausgabe (“ein 44 Seiten starkes Stück Zeitungsgeschichte”) und zahlreiche andere Erinnerungsstücke im Netz - für “Reporter ohne Grenzen”. Dass dabei auf der entsprechenden Website ein Waschmittel-Hersteller mit den Worten “Voll Schwarz, voll sauber” für sein Waschmittel für dunkle Wäsche wirbt, ist sicher ein Zufall.
Jedenfalls beziehen sich die Macher nicht darauf in ihrer großen Abschieds-Entschuldigung auf der letzten Seite der finalen Ausgabe: Auf dem Foto verneigen sich die Mitarbeiter, die jetzt über Abfindungen verhandeln müssen und entschuldigen sich bei ihren Gesellschaftern, “dass wir so viele Millionen verbrannt haben”. Eine Anspielung auf die Meldung, die FTD habe seit ihrer Gründung nie Geld verdient.
Schon als vor zwei Wochen die Todesnachricht für die FTD offiziell bestätigt wurde, reagierte das Netz mit Anteilnahme. Eine lachsfarbene Schleife wurde gepostet und in einigen Profilbildern getragen. Heute hat sich etwas Humor in die Trauer gemischt. Die Kollegen von Stern.de jedenfalls posteten gestern Abend ein Foto auf Twitter mit dem Satz: “Deine Mudda liest das Handelsblatt”


